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Die Aussprache des Sanskrit

 

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Die Aussprache des Sanskrit

DIE AUSSPRACHE DES SANSKRIT

Das Verfahren Sanskrit in lateinischen Schriftzeichen wieder zu geben wird Transliteration bezeichnet. Es gibt mehrere Transliterations-Konventionen, eine für das Englische, eine für das Französische, eine für das Deutsche, eine für das Portugiesische usw. Wer Yôga-Bücher liest, wird meistens in die Irre geführt, wenn er das gleiche Wort in den verschiedensten und seltsamsten Weisen geschrieben sieht; und nicht selten wird am Ende eine weniger korrekte Form bevorzugt, die sich aus unerfindlichen Gründen durchgesetzt hat. In diesem Werk haben wir uns für die Transliteration entschieden, die in Indien am häufigsten verwendet wird, schließlich hat Yôga dort seinen Ursprung und es macht mehr Sinn die Schreibweise der Terme nicht zu verändern. Darüber hinaus ist die von uns angewandte Konvention viel einfacher und logischer, nehme zum Beispiel den Namen des Schöpfers des Yôga. Er kommt in den verschiedensten Büchern in den folgenden Schreibweisen vor: Shiva, Śiva, Siva, Çiva, Civa, Shiv, Siwa, Xiva und andere...

Die erste der obigen Variationen ist die, die wir benutzen. Abgesehen davon, dass diese Form in Indien und im Englischen stark verbreitet ist, liefert sie ein sofortiges Verständnis der zischenden Aussprache der ersten Silbe in fast allen Sprachen. Die anderen Formen können nur von denen gelesen und ausgesprochen werden, die Sanskrit schon können, wobei die ersten vier Alternativen richtig und die weiteren entstellt sind.

Die Groß- und Kleinschreibung von Sanskrittermen in anderen Sprachen hängt von den grammatikalischen Regeln dieser Sprache ab. In den meisten Sprachen, wie beispielsweise dem Französischen, dem Englischen, dem Spanischen usw., werden Großbuchstaben nur bei Eigennamen oder im Satzbeginn verwendet. Im Deutschen werden zusätzlich auch Substantive groß geschrieben. Diese Regeln gelten entsprechend auch für Terme in Sanskrit, die im Text vorkommen.

Daher ist der Fehler nicht gerechtfertigt alle Buchstaben groß zu schreiben (YÔGA, SWÁSTHYA etc.), als ob man den Leser anschreien wollte. Dies sollte nur unternommen werden, wenn mit der Hand geschrieben wird, um beim Lesen Verwirrungen zu vermeiden.

ANGENOMMENE TRANSLITERATION:
A - offen, kurz, so wie in "Apfel" (Sútra);
Á - offen, lang, so wie in "sparen" (Dháraná);
Ê - Immer geschlossen, wo wie in "Esel" (Vêda);
Ô - Immer geschlossen, so wie in "Jod" (Yôga);
CH - Wie in "tschüss" ausgesprochen (Chakra);
G - Immer guttural (aus der Kehle), wie bei "Giraffe" (Gítá);
J - Wie bei "Dschungel" ausgesprochen (Japa);
H - Immer ausgesprochen, wie bei "Haus" (mahá);
M - Wie bei "Album" (prônam);
N - Der vorherige Vokal wird nicht nasal ausgesprochen, wie "Ananas" (Prána);
Ñ - nh - ñ, wie im Spanischen "peña" (ájña);
R - Wie das gerollte italienische r, "vidro" (rája);
SH - Hat den Laut des sch, so wie in "Schule" (Shaktí).
Z - Es gibt weder diesen Buchstaben, noch diesen Laut im Sanskrit!
S - Hat den Laut eines ss, so wie in "Lasso" (Ásana);

Achtung: es gibt im Sanskrit kein S wie in "Sahne" oder im Wort "also". Es ist immer scharf, wie ein ss.

Die Sanskrit-Wörter, die mit a enden sind meistens maskulin, beispielsweise Shiva, Krishna, Ráma (alles Männernamen); deswegen heißt es auch der Ásana, der Chakra, der Mantra, der Yôga.

Die weiblichen Terme enden meistens mit einem langen í, mit Akzent. Z. B.: Párvatí, Lakshmí, Kálí, Saraswatí, Dêví, Shaktí, Kundaliní etc.

Sanskrit verwendet kein s für den Plural. Wenn wir jedoch Sanskrit-Terme isoliert in Texten auf anderen Sprachen einfügen, ist es angebracht den Plural mit s zu kennzeichnen. Wie z. B.: “das sind die Mantras der respektiven Chakras”. Auf der anderen Seite wäre es nicht falsch “das sind die Mantra der respektiven Chakra” zu schreiben. Es tut dennoch etwas in den kultivierteren Ohren weh, vor allem in den Ländern, wo die falsche Kongruenz die unteren Kasten kennzeichnet.

Zusätzlich gibt es im Sanskrit noch einige Phoneme, die für jemanden, der die Sprache nicht studiert hat, äußerst schwierig sind auszusprechen. Aus diesem Grund benutzen wir eine rigorosere Akzentsetzung bzw. Markierung nur im Buch "Yôga Sútra von Pátañjali", das eine Übersetzung eines klassischen Textes von vor über 2000 Jahren ist.

In unseren anderen Werken setzen wir nur auf den langen Silben Akzente. In den Fällen, in denen die Hauptsilbe und die lange Silbe nicht übereinstimmen, unterstreichen wir die Hauptsilbe. Dieses Verfahren wird jedoch nur im ersten Teil des Buches, im Glossar und in dem einen oder anderen Abschnitt dieses Buches angewandt, um diejenigen besser zu informieren, die mehr Einzelheiten über die Sanskrit-Terme suchen ohne jedoch die restlichen Leser im Fortlauf des Werkes unnötigerweise zu verwirren.

Es ist wichtig zu erklären, dass das Phonem ô aus der Fusion zwischen dem a und dem u resultiert und deswegen immer lang ist, weil es zwei Buchstaben enthält. Bei dieser Konvention wird der Strichakzent (Akut) auf langen Buchstaben verwendet, wenn zwei gleiche Buchstaben fusionieren (á, í, ú). Der Dachakzent (Zirkumflex) wird bei der Fusion unterschiedlicher Buchstaben (a + i = ê; a + u = ô) verwendet, z. B. in sa+íshwara=sêshwara und AUM, das ÔM ausgesprochen wird. Daher schreiben wir Vêdánta und aus diesem Grund wird das Wort Yôga immer mit einem Akzent geschrieben.

Bibliographie für das Englische:
Pátañjali Aphorisms of Yôga, von Srí Purôhit Swámi, Faber and Faber, London.
Encyclopædia Britannica, im Stichwort Sanskrit language and literature, Band XIX, Edition von 1954.

Bibliographie für das Spanische:
Léxico de Filosofía Hindú, von Kastberger, Editorial Kier, Buenos Aires.

Hinsichtlich der unterschiedlichen Akzente, Akut und Zirkumflex, hat das Portugiesische ein Vorteil gegenüber den meisten anderen Sprachen, welches von uns zum Vorteil des Lesers benutzt werden kann ohne die Legitimität zu gefährden. Denn die Sprache Sanskrit wird ursprünglich in einem anderen Alphabet geschrieben und eine Transliteration ist eine reine Konvention. Somit kann diese Konvention für alle Sprachen verwendet werden, um die Aussprache der Sanskritterme mit einer leicht verständlichen Schreibweise erkenntlich zu machen.

Zu behaupten, Akut und Zirkumflexakzente existieren in der Sanskritschrift nicht, könnte damit beantwortet werden, dass a, b, c, d, genauso wenig existieren; weder der Makro, noch der Punkt unter den Buchstaben n, s, r, l; noch weniger die Kommas zwischen den Wörtern eines Satzes, denn als einzige Satzzeichen existieren der Punkt, der durch einen senkrechten Strich am Ende des Satzes (I) und der Absatz, der durch zwei Striche (II) gekennzeichnet wird.

Zur Festsetzung der zu verwendenden Normen hat jedes Land im Hinblick auf die entsprechenden linguistischen Beschränkungen und Idiosynkrasien ihre graphischen Voraussetzungen gemacht.

EINE AUFNAHME BRINGT DIE RICHTIGE AUSSPRACHE BEI

Mit dem Ziel der ewigen Diskussion über die richtige Aussprache der Sanskritvokabeln ein Ende zu setzen, haben wir während einer unserer Indienreisen die Swámis Vibhôdánanda und Turyánanda Saraswatí in Rishikêsh, und den Sanskrit-Professor Dr. Muralitha in Neu Delhi interviewt.

Das Interview mit dem Swámi Turyánanda war sehr interessant, zumal er aus Goa kommt, der Region Indiens, die Portugiesisch sprach, wodurch das Gespräch sehr verständlich verlief. Und auch malerisch, denn Turyánandaji vermischte, abgesehen von seinem charakteristischen Akzent und seinem hohen Alter, Portugiesisch, Englisch, Hindi und Sanskrit in jedem ausgesprochenen Satz. Trotzdem lieβ er sich nicht verwirren. Es ist köstlich zu hören, wie der ältere Herr sich wegen der Aussprache “yóga” (mit offenem und kurzem o) empörte. Bei der Frage, ob das richtig sei, antwortete er erzürnt:
– Yóga, nicht. Yóga ist nicht richtig. Yôga. Yôga ist das richtige.

Währenddessen besaß Dr. Muralitha die Liebenswürdigkeit uns alle Sanskritterme, die im Glossar dieses Buches vorkommen, in Form einer phonetischen Übung mit Wiederholungen beizubringen. Wir bestätigten damit, dass die richtige Aussprache nicht Múdra, sondern Mudrá; nicht Kundalíni, sondern Kundaliní; nicht AUM, sondern ÔM; nicht Yóga, sondern Yôga; nicht Yoganidrá, sondern Yôganidrá ist; und viele weitere Korrekturen.

Wir empfehlen vehement, dass der Leser diese Aufnahme hört und lernt. Für einen Yôga-Instrukteur ist es empfehlenswert, sie immer zur Hand zu haben, um seine Meinung zu untermauern und Diskussionen zu verkürzen, wenn die unvermeidlichen Besserwisser ihren gewohnten Unsinn durchsetzen wollen.

Eine weitere interessante Bemerkung ist die Identifizierung des Meisters anhand der Aussprache des Schülers. Der Schüler verwendet immer die Aussprache desjenigen, den er als Meister ausgewählt hat, auch wenn sie falsch sein sollte . Es ist eine Frage der Identifikation und der Empathie. Wenn der Meister zum Beispiel Pújá ausspricht und der Schüler Pujá sagt verrät dies einen mangelnden Einklang zwischen ihnen. Oder auch, dass der Schüler besser sein will als der Meister.

 

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 Yôga Traktat - DeRose 

 

 

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