Kontakttelefon: (+49) 0176 211 92025

Karma

 

Du befindest Dich auf:

Startseite > Alle Artikel > Karma

 

 

Karma

Das hinduistische Konzept in Bezug zu Karma ist ganz anders als das okzidentale Konzept, das von den spiritistischen und spirituellen Gruppierungen verbreitet wird. Mit dem jüdisch-christlichen Einfluss, der reich an Schuld- und Sündgefühlen ist, hat der Karma für Westliche eine Konfiguration von etwas zwingend Schlechtem, das man mit Leid zu büβen hat.

Im Hinduismus ist Karma lediglich ein Gesetz von Ursache und Wirkung, nach dem Motto "haste nach oben gespuckt, kriegste Deine Spucke ins Gesicht". Das pure Gesetz des Karmas ist einfach mechanisch und nicht spirituell. Nicht einmal moralisch. Es ist unabhängig von reinkarnistischen und selbst von theistischen Grundlagen. Es bezieht sich auf einen Mechanismus der eigenen Natur. Eine Art potenzielle Energie, die weit von dem entfernt ist, was wir ihr zuschreiben.

Um die Flexibilität dieses Konzeptes in Indien zu veranschaulichen, können wir eine Parabel zitieren, die den Karma mit einem Bogenschützen und seinen Pfeilen vergleicht. Der Karma hätte drei Stadien: Das erste ist vergleichbar mit dem Moment, in dem der Schütze seinen Bogen ruhen lässt und seine Pfeile im Köcher liegen; das zweite, in dem er ein Pfeil in den Bogen tut, diesen spannt und zum Ziel richtet; und das dritte, in dem er den Pfeil abschieβt.

Gemäβ diesem Vergleich hat der Schütze sowohl im ersten, als auch im zweiten Stadium absolute Kontrolle über den Karma. Er kann seinen Pfeil sogar im letzten Augenblick noch auf ein anderes Ziel richten, seinen Bogen mehr oder weniger spannen, um dem Geschoss eine gröβere oder kleinere Potenz zu verleihen oder noch aufgeben zu schieβen. Das entspricht einer Beherrschung von zwei Drittel des Karmas, was ziemlich gut ist, im Vergleich zu unserem Konzept des unflexiblen Schicksals, auf das wir nicht einwirken können.

Abgesehen davon, wie auch immer unser Karma ist, ist die Freiheit, die wir haben über die Art und Weise ihn zu erfüllen, sehr elastisch. Das Restriktions- oder Hindernisgefühl folgt viel eher aus der eigenen Veränderungsfurcht und der Bequemlichkeit des Menschen, als des eigentlichen Gesetzes von Ursache und Wirkung.
Es ist, als ob die Erfüllung eines Karmas die Reise auf einem Überseedampfer wäre. Du näherst Dich unvermeidlich Deinem Schicksal, unterdessen kannst Du die Reise auf unterschiedliche Weisen nutzen. Du kannst die Fahrt ausfüllen, in dem Du gut oder schlecht mit den Reisebegleitern umgehst. An Bord wirst Du die Möglichkeit haben Dich zu sonnen, zu schwimmen, zu lesen, zu tanzen, Sport zu treiben und zu flirten. Oder Dich des Lebens, der Langeweile, des Meergeruches, des Schaukelns des Schiffes, des Kabinenservices, der Gröβe der Schiffsluke zu beschweren… Alle werden den Bestimmungsort erreichen, auf die eine oder andere Art und Weise. Nur, dass einige sich auf der Fahrt sehr amüsieren werden. Andere werden leiden. Das hängt vorwiegend vom Temperament eines jeden ab und nicht vom Karma. Das ist das wahre Konzept des Karma. Der Rest sind Schuldkomplexe.

Wenn Du es jedoch noch komplizierter machen willst, können wir hinzufügen, dass es zwei Gesetze gibt, die auf unser Leben wirken: Der Karma und der Dharma. Weil sie diese Einzelheit nicht kennen, verwechseln die Spiritualisten die beiden und weisen dem Karma Eigenschaften zu, die ihm nicht innewohnen. Der Karma ist ein universelles Gesetz und der Dharma das menschliche, juristische oder religiöse Gesetz, des Ortes und der Zeit, in dem das Individuum lebt. Der Karma ist weder zeitlich, noch räumlich. Der gleiche Karma ist auf einen Atheisten des 21. Jahrhunderts, auf einen Moslem des fünfzehnten Jahrhunderts, auf einen römischen Zenturion oder auf einen prähistorischen Trogloditen [Höhlenbewohner] anwendbar.

Dennoch ist der Dharma all jener ganz spezifisch, da er von den Gewohnheiten ihrer Zeit und Ortes festgelegt wurde. Um gut zu leben, mit Gesundheit und Fröhlichkeit, ist es notwendig diese beiden Kräfte zu kennen, um eine Harmonie zwischen ihnen zu erhalten, speziell in den vielen Momenten, in denen sie zusammenstoβen. Es gibt Umstände, in denen der Dharma bestimmt, dass Du auf eine Art und Weise handelst und der Karma in einer anderen. Zum Beispiel: Der Dharma befiehlt, dass Du in Kriegszeiten töten musst. Der Karma verbietet es unter jeglichen Umständen. Wie ist da zu handeln? Es gibt viele Lösungen. Eine davon ist, die Wehrpflicht als Krankenpfleger(in) abzuleisten. Dieses ausweichende Manöver ist auch auf unseren Alltag anwendbar.

Karma ist kein moralisches Gesetz, weil Moral etwas temporales ist und sich die ganze Zeit verändert. Dharma ist ein moralisches Gesetz, weil es auf den Gewohnheiten basiert.

 

PDF-Version

 

 Yôga Traktat - DeRose 

 

 

Aktivitäten

 

 
2017
S
M
D
M
D
F
S
         
1
2
3
4
5
6
7
8
9
10
11
12
13
14
15
16
17
18
19
20
21
22
23
24
25
26
27
28
29
30
31
           

Neuigkeiten

 

Unsere Definition von Lebensqualität

Lebensqualität ist die Erfüllung der physiologischen und ergonomischen Anforderungen unseres Körpers, indem...

 Erfahre mehr

 

Euro-Yôga 2009 - Paris

Im November findet im charmanten Cartier Latin in Paris ein SwáSthya Yôga Festival statt. Es handelt sich dabei um ein...

 Erfahre mehr

 

Methode DeRose in Köln - 25. und 26. September

Am 25. und 26. September werden mehrere praktische und theoretische Einheiten zur Methode DeRose - SwáSthya Yôga in...

 Erfahre mehr

 

Fotos

 

An amazing Festival in the north of Portugal, with over 200 SwáSthya Yôga practicioners....

  Siehe die Fotos

 

 

 

 

Startseite  |  Yôga  |  Die Methode  |  DeRose  |  Artikel  |  Neuigkeiten  |  Fotos  |  Videos  |   Empfohlene Seiten  |  Kontakt

 

 

SwáSthya Yôga Deutschland © 2008 www.swasthyayoga.de. Alle rechte vorbehalten.