Kontakttelefon: (+49) 0176 211 92025

Was ist Yôga?

 

Du befindest Dich auf:

Startseite > Alle Artikel > Was ist Yôga?

 

 

Was ist Yôga?

Einst hat ein berühmter Tänzer einige instinktive Bewegungen improvisiert, die jedoch, dank seiner Virtuosität, so hoch entwickelt waren, dass sie gerade deswegen wunderschön waren. Diese Körpersprache war nicht wirklich ein Ballett, aber ohne Zweifel im Tanz inspiriert.

Die hinreißende Schönheit der Technik ergriff alle, die seiner Ausdruckskraft zuschauten und die Leute baten den Tänzer darum, ihnen diese Kunst beizubringen. Und so tat er es auch. Am Anfang hatte die Methode keinen Namen. Es war etwas Spontanes, das von innen kam und nur in den Herzen widerhallte, die mit dem Segen einer sehr feinen Sensibilität geboren wurden.

Die Jahre verstrichen und der große Tänzer schaffte es, den größten Teil seines Wissens weiterzugeben. Bis der Meister nach einer langen Zeit eines Tages in das Unsichtbare überfuhr. Seine Kunst jedoch starb nicht. Die treuesten Schüler bewahrten sie intakt und übernahmen die Aufgabe sie weiterzugeben. Die Lehrlinge dieser neuen Generation begriffen die Wichtigkeit, Lehrer zu werden und nichts zu modifizieren, nichts von der genialen Lehre des ersten Mentors zu verändern.

Zu einem bestimmten Zeitpunkt in der Geschichte erhielt diese Kunst den Namen Vollständigkeit, Integration, Vereinigung: im Sanskrit Yôga! Sein Schöpfer ging in die Mythologie mit dem Namen Shiva und mit dem Titel Natarája, König der Tänzer, ein.

Diese Ereignisse fanden vor über 5.000 Jahren statt, nordwestlich von Indien, im Tal des Indus, das vom Dravidenvolk bewohnt war. Wir werden also den Ursprung des Yôga in dieser Epoche studieren und seine ursprüngliche Zielsetzung suchen, um die authentische Lehre zu erkennen und sie von den Anderen, die durch Konsum oder der Mitwirkung fremder und unvereinbarer Modalitäten entstanden sind, unterscheiden zu können.

Sowohl der Yôga, als auch der Tantra und der Sámkhya wurden von diesem bewundernswerten Volk entwickelt. Diese Zivilisation, eine der fortgeschrittensten des Altertums, war über Jahrtausende verloren und verschüttet, bis Archäologen Ende des 19. Jahrhunderts bei Ausgrabungen zwei wichtige archäologische Stellen entdeckten, die Städte Harappá und Mohenjo-Daro. Danach tauchten noch viele weitere auf. Heute sind es schon tausende von Stellen, verteilt über eine gröβere Fläche als Ägypten und Mesopotamien.

Sie waren überwältigt von dem, was sie fanden. Geplante, bebaute, urbanisierte Städte. Anstatt krummer Gassen, fanden sie bis zu 14 Meter breite Straβen, die die Stadt in Nord-Süd- und Ost-West-Richtung schachbrettartig durchzogen. Dazwischen befanden sich Fuβgängerwege, die mit Kuhkutschen nicht befahrbar gewesen sein konnten. An diesen Straβen hatten die mittelständischen Häuser zwei Stockwerke, einen Innenhof, Sanitäreinrichtungen im Haus und sogar flieβendes Wasser! Man darf nicht vergessen, dass diese Zivilisation 3.000 Jahre vor Christus erblüht ist.

Und das war nicht alles. Man fand Straβenbeleuchtungen und geschlossene Abflüsse, Kinderspielzeuge, bei denen die Wagen drehbare Räder hatten, und die Kühe bewegliche Köpfe, Puppen mit echten Haaren, sowie eindrucksvolle Scheunen, die ein ausgeklügeltes Belüftungssystem und erhöhte Plattformen besaßen, um das Be- und Entladen von Kutschen zu vereinfachen.

In anderen Kulturen der gleichen Zeit bestanden die Herrschaftsgebäude aus groβen, opulenten Palästen und königlichen Grabstätten, während die Behausungen des Volkes aus prekären Hütten bestanden. In der Dravidenkultur jedoch lebte das Volk gut, und die Architektur öffentlicher Gebäude war einfach gehalten.

Eine weitere Kuriosität wurde von Gaston Courtillier in seinem Buch Antike Zivilisationen beschrieben (Editions Ferni, Seite 24), wo er schreibt: “Wir waren wahrhaftig überrascht, dass wir in diesen tief religiösen Zeiten keine Tempel oder Spuren von Kunstwerken, die sie enthalten würden, fanden, wie es an anderen Orten während des Altertums die Regel war, nicht einmal Verehrerstatuen in Gebetshaltung vor ihrer Göttlichkeit“. Für uns macht das Sinn, schlieβlich wissen wir, dass im alten Indien der Sámkhya seine Glanzzeit hatte. Und im prä-klassischen Indien war die Niríshwarasámkhya-Variante noch naturalistischer als der klassische Sámkhya.

Die Gesellschaft wurde als matriarchalisch identifiziert, was auch mit unseren Quellen übereinstimmt, nach denen Yôga in einer tantrischen Kultur entstanden ist.

Noch tiefer grabend, fanden die Archäologen eine weitere Stadt unter den Trümmern der ersten. Zu ihrer Überraschung fanden sie darunter noch eine Stadt, die viel älter war. Sie gruben weiter und fanden unter jener noch eine. Und noch eine. Und noch eine. Am eindrucksvollsten ist wohl die Tatsache, dass, je tiefer sie gruben, die Technik, sowohl die der Architektur als auch die der Gegenstände, umso fortgeschrittener war. Als sie auf ein Grundwasserbett stieβen, mussten sie aufhören zu graben. Wir fragen uns: Wie viele Städte es wohl darunter noch gibt und wie viel fortgeschrittener diese wohl sein mögen?

In dieser Zivilisation ist also Yôga entstanden. In einer Tantra- (matriarchalischen) und Sámkhya- (naturalistischen) Zivilisation.

Etwa fünfzehnhundert Jahre später ist die Zivilisation des Industals von einem sub-barbarischen Volk überfallen worden, welches aus Mitteleuropa kam: die Áryas oder Arier. Laut dem derzeitigen Stand der Geschichte, haben sie die Draviden unterworfen, deren Zivilisation zerstört, Teile ihrer Kultur übernommen, fast alle Besiegten vernichtet und die wenigen Überlebenden versklavt. Manche sind bis in den extremen Süden Indiens und Srí Lankas geflohen, wo ihre Nachkommen bis heute leben und den Stamm der Tamilen bilden.

Yôga war das Produkt einer nicht kriegerischen, naturalistischen und matriarchalen Zivilisation. Ab zirka 1.500 v. Chr. wurde er von einem anderen Volk übernommen, das sich gegenteilig dazu verhielt, nämlich kriegerisch, mystisch und patriarchalisch. Etwa zwölfhundert Jahre nach der Eroberung (was nicht gerade wenig ist), wurde der Yôga förmlich arianisiert, durch das berühmte Werk von Pátañjali, dem Yôga Sútra. Hiermit wurde eine andere Sichtweise des Yôgas wiedergegeben, die von da an Yôga Darshana oder Klassischer Yôga genannt wurde. Diese Sichtweise bot aber nicht weniger, als das Gegenteil des Verhaltensansatzes des echten Yôgas aus seiner dravidischen Herkunft. Der Yôga der Draviden war matriarchalisch, gefühlvoll und nicht unterdrückend, in einem Wort: er war tantrisch. Diese neue arianisierte Interpretation war patriarchalisch, gefühllos und unterdrückend, also Brahmácharya.

Das interessanteste an diesem Verfälschungsprozess ist, wenn Pátañjali nicht gewesen wäre, wäre Yôga aus den geschichtlichen Eintragungen verschwunden. Dank seiner eindeutigen Weisheit und guten Willens, wissen wir heute über die Existenz seiner Kodifizierung des Klassischen Yôga. Die Arier diskriminierten alles was typisch dravidisch war, wegen seiner matriarchalischen Eigenschaften, die von der strikt patriarchalischen Gesellschaft der Áryas als umstürzlerisch betrachtet wurden. Indem er den Yôga an die bestehende arische Realität anpasste, schaffte es Pátañjali, dass die Gesellschaft und die damals bestehenden Mächte ihn akzeptierten, wodurch diese Tradition bis zu unseren Tagen gelangen konnte.

Im Mittelalter erlitt der Yôga eine weitere schwerwiegende Entstellung, als der groβe Meister der Vêdánta Philosophie, Shankaráchárya, den gröβten Teil der Bevölkerung bekehrte. Dieses Ereignis spiegelte sich im Yôga wider, denn die Mehrheit der Inder bekannte sich ab diesem Zeitpunkt zum Vêdánta. Bei der Ausübung des Yôga verlieh die öffentliche Meinung und die Führungsschicht dem Yôga ein spiritualistisches Format, der seit seinem Ursprung und selbst in der klassischen Periode in der Philosophie des Sámkhyas naturalistisch begründet war.

Im 20. Jahrhundert traf Yôga noch ein schwerer Schlag: Er wurde vom Westen entdeckt… und selbstverständlich verwestlicht. Dadurch verwandelte er sich in einen Gebrauchs- und Konsumgegenstand, in etwas Amorphes, Gestaltloses und Langweiliges.

Es ist wunderschön einem legitimen Yôga zuzuschauen, es ist faszinierend ihn auszuüben und als Lebensphilosophie hervorragend. Er ist dynamisch, stark, er ist für junge Menschen. Alle, die uns besuchen und einem Präsentationsfilm zuschauen, sind verblüfft und meinen das Gleiche: Sie dachten, Yôga wäre etwas ruhiges, das sogar Geduld erforderte, oder auch etwas, das man angeblich dem höherem Alter empfiehlt! Also, sollte sich jemand entschlieβen in höherem Alter einen wahren Yôga zu praktizieren, läuft er Gefahr ein Herzversagen zu erleiden. Und wenn es ein unechter Yôga ist, also das Ergebnis aus aufeinander folgenden Vereinfachungen, angehäufter Anpassungen und einer skrupellosen Verwestlichung, so lohnt es sich nicht, diese Anomalie Yôga zu bezeichnen.

Das Problem ist, dass viele Leute ohne Yôga-Lehrer Zertifikat einfach unterrichten, und weil sie keine Technikrepertoires haben, etwas Gymnastik, ein bisschen Esoterik, ein wenig Hypnose, eine Prise Spiritismus, etwas von der Tai-Chi Sprache, einige Konzepte der Makrobiotik dazumischen, dies alles mit der Atmosphäre alternativer Therapien würzen und zum Verbrauch in eine weiche Stimme und new-age Musik einpacken. Ein Laie, der abgesehen von einer stereotypisierten und falschen Sicht nicht die geringste Ahnung hat, was Yôga ist, gibt sich mit dieser unglaubwürdigen Vermischung zufrieden. Nur, dass die vom echten, guten Yôga leider gar nichts hat.

Wir dürfen nicht vergessen, dass das Wort Yôga Integration, Makellosigkeit bedeutet. Es ist also notwendig, dass seine Vertreter makellos und aufrichtig sind. Deswegen wirst Du in den nächsten Kapiteln die Freude haben, eine faszinierende Yôga Modalität kennen zu lernen, die wunderschön und extrem angenehm auszuführen ist und eine Erfolgsladung hat, die jeden ins Staunen versetzt. Es ist der SwáSthya Yôga, der eigentliche prä-klassische, prä-arische, prä-vêdische, proto-historische Yôga. Der Yôga von Shiva, der ultra-integrale Yôga mit allen ursprünglichen Tántrika- und Sámkhya- Eigenschaften: Seine Ausführung ähnelt einem Tanz, der aus den entlegendsten Schichten des kollektiven Unbewussten aufgegriffen wurde!

 

PDF-Version

 

 Yôga Traktat - DeRose 

 

 

Aktivitäten

 

 
2017
S
M
D
M
D
F
S
         
1
2
3
4
5
6
7
8
9
10
11
12
13
14
15
16
17
18
19
20
21
22
23
24
25
26
27
28
29
30
31
           

Neuigkeiten

 

Unsere Definition von Lebensqualität

Lebensqualität ist die Erfüllung der physiologischen und ergonomischen Anforderungen unseres Körpers, indem...

 Erfahre mehr

 

Euro-Yôga 2009 - Paris

Im November findet im charmanten Cartier Latin in Paris ein SwáSthya Yôga Festival statt. Es handelt sich dabei um ein...

 Erfahre mehr

 

Methode DeRose in Köln - 25. und 26. September

Am 25. und 26. September werden mehrere praktische und theoretische Einheiten zur Methode DeRose - SwáSthya Yôga in...

 Erfahre mehr

 

Fotos

 

An amazing Festival in the north of Portugal, with over 200 SwáSthya Yôga practicioners....

  Siehe die Fotos

 

 

 

 

Startseite  |  Yôga  |  Die Methode  |  DeRose  |  Artikel  |  Neuigkeiten  |  Fotos  |  Videos  |   Empfohlene Seiten  |  Kontakt

 

 

SwáSthya Yôga Deutschland © 2008 www.swasthyayoga.de. Alle rechte vorbehalten.