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Interview mit DeRose

 

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Interview mit DeRose

ERLÄUTERUNGEN ZU
UNSERER KULTUR

Das Video zum Interview finden Sie unter folgender Adresse:
www.MetodoDeRose.org/blog

Post:
\"Entrevista sobre a Nossa Cultura, gravada na Europa,
pelo jornalista António Mateus\"

Im Jahr 2009 hatte ich das Vergnügen, im Palácio Pestana in Lissabon ein Stundeninterview mit dem Journalisten António Mateus aufzunehmen. Als erfahrener Interviewer und Profi in seinem Fach erkannte er die Chance, ein Interview weitab der üblichen Plattitüden und Vorurteile zu führen und die Aufzeichnung wurde exzellent. Ich dachte mir, dass eine Abschrift des Interviews dabei helfen kann, unseren Kulturauftrag besser zu verstehen. Aus diesem Grund haben wir sie im folgenden Kapitel veröffentlicht.

Nach der Abschrift wurde der Text überarbeitet und von wörtlicher Rede in Schriftsprache übertragen. Dabei wurden zum besseren Verständnis einige Passagen ausgelassen und andere ergänzt.
Da die Textversion jedoch weder die Modulation der Stimme noch den Ausdruck in den Augen des Interviewten wiedergeben kann, empfehlen wir die DVD , auf dass sich der Betrachter selbst ein Bild von der Seriosität und des Gewichts der Inhalte machen möge.

Ihre Kultur verschreibt sich der Förderung eines klarer denkenden, bewussteren und sozial engagierteren Individuums. Kann man das so sagen?

Das ist der Grundgedanke. Der Ansatz umfasst eine Reihe von Techniken und Konzepten, mit deren Hilfe wir ganz gewöhnliche Menschen an einen erweiterten Bewusstseinszustand heranführen können. Ob dieses Ziel erreicht wird oder nicht, hängt dabei von einer Reihe verschiedener Faktoren ab. Unter anderem von den genetischen Voraussetzungen des Individuums. Aber auch von beeinflussbaren Faktoren, wie etwa vom persönlichen Engagement und der Zeit, die in die Ausübung dieser Philosophie investiert wird. Auch die Umgebung, in der die Person lebt, spielt eine Rolle. Denn viel hängt vom kulturellen Gepäck ab, das die Person mitbringt, von ihrem Beruf und vom Alter in dem sie anfängt.

Ist es möglich, eine neue Art von Individuum zu formen, das sich stärker in der Gesellschaft engagiert?

Jedes Individuum ist einzigartig. So können bestimmte Techniken bei unterschiedlichen Personen auch unterschiedliche Wirkungen haben, so z.B. im Falle der Techniken zur verstärkten Sauerstoffversorgung des Gehirns.

Aber Sie haben dabei eine bestimmte Intention. Sie verfolgen mit der Formung dieses Individuums eine bestimmte Zielsetzung.

Ja. Das Ziel, das wir erreichen wollen ist, dieser Person einen Hyperbewusstseinszustand zu ermöglichen, einen Zustand der absoluten Klarheit. In Wahrheit entspricht dies der natürlichen Evolution der Menschheit.

Welchen konkreten Einfluss kann ein Individuum, das offensichtlich anders ist, bewusster lebt und klarer denkt, auf die Gesellschaft ausüben? Inwieweit kann es einen Unterschied machen?

Sobald ein Mensch mehr Bewusstsein erlangt, führt dies in erster Konsequenz dazu, dass er besser arbeitet, seine Rolle innerhalb der Familie besser ausfüllt und sich mehr für politische, humanitäre, philanthropische, künstlerische oder anderweitige Ideale einsetzt. Überdies hinaus fühlt er sich besser integriert. Solange das Individuum noch nicht über ein voll entwickeltes Bewusstsein verfügt, geht es davon aus, dass sich die Welt in ich und die Anderen aufteilt. Sobald sich das Bewusstsein erweitert, merkt es, dass ich und die Anderen nicht existiert. Wir sind alle eins. Wir sind alle miteinander verbunden. Nicht nur innerhalb der menschlichen Spezies, sondern auch mit allen anderen Lebewesen, mit der Erde und dem Kosmos. Und dieser erweiterte Bewusstseinszustand ist in greifbarer Nähe. Wenn allerdings jemand sein Bestreben kundtut, einen solchen Bewusstseinszustand erreichen zu wollen, dann wirkt dies auf Personen, die sich derlei nicht vorstellen können, die nichts darüber gelesen, nichts darüber gelernt und sich nicht informiert haben, meist wie ein unerreichbares Ideal oder eine Fantasievorstellung. Fakt ist, dass bereits viele Menschen einen solchen Bewusstseinszustand erreicht haben.

Wie schlägt sich dieser Zustand von Hyperbewusstsein und geistiger Klarheit im Alltag nieder?

Im Alltag schlägt er sich in einem objektiven Engagement nieder, das wir effektives Handeln nennen. Denn viele Menschen zeigen Initiative, aber nur wenigen gelingt auch die Umsetzung. Eine der Einsichten, die uns ein erweiterter Bewusstseinszustand und gesteigerte geistige Klarheit ermöglicht ist, dass Reden alleine nichts bringt, dass die Intention alleine nicht ausreicht. Man muss die Dinge auch umsetzen. Es bedarf der Initiative, der Umsetzung und des Resultats. Für das Leben des Individuums, für seine Familie, seine Freunde, seine Gegner, für die ganze Gesellschaft, für die soziale Verantwortung und für die Verantwortung gegenüber der Umwelt. Oder kurz gesagt, der Mensch weitet seinen Handlungsraum aus. Er befreit sich aus der Unmündigkeit. Er ist nicht länger nur ein Individuum ohne Stimme und ohne Votum, dem kein Gehör geschenkt wird. Er wird zu einem mündigen Bürger, der handelt und die Welt, in der er lebt, verändert. Und da es sich dabei in der Regel um Menschen mit hehren Idealen handelt, verändert er die Welt dabei zum Besseren.

Wie gelingt Ihrer Kultur diese Wirkung auf das Individuum? Mit welchen Mitteln arbeitet Sie?

Unsere Kultur! Und ich nenne sie Unsere Kultur in Großbuchstaben, weil es sich um ein Gefüge von Konzepten handelt, um eine Philosophie, um eine Lebensweise. Unsere Kultur erzielt ihre Wirkung mit Hilfe einer progressiven und spontanen Umerziehung des Verhaltens. Wir halten nichts von Indoktrinierung, deshalb kommt Indoktrinierung für uns nicht in Frage. Wir halten auch nichts von Unterdrückung. Ohne Indoktrinierung und ohne Unterdrückung ist der Königsweg das gute Vorbild im täglichen Zusammenleben. Das, was wir Egregora nennen. Das Zusammenleben mit der Kraft der Gruppe, die sich bereits für die besagten Ideale einsetzt. Auf dieser Basis werden die Konzepte viel leichter verinnerlicht. Die Techniken sind eher eine Frage von individuellem Engagement, Training und Praxis.

Könnte man diese Art von Einflussnahme mit dem Einstimmen eines Orchesters vergleichen? Wir vereinen Geigen und Flöten und stimmen ihr Verhalten so ab, dass sie miteinander harmonisieren?

Das stimmt genau. Wir bringen alle Elemente, die einen Menschen ausmachen miteinander in Einklang. Nicht nur Körper und Geist, sondern Körper, Lebensenergie, Emotionen, Geist und Intuition. Kurz gesagt, alle Elemente die, wie Sie so schön anschaulich formuliert haben, gemeinsam funktionieren wie ein Orchester. Und danach gehen wir über das Individuum hinaus. Raus aus der kleinen Welt, raus aus dem persönlichen Universum. Auf diese Weise weitet sich das Orchester aus zu einem Orchester der Familie, zu einem Orchester des Berufes, zu einem Orchester der Kunst und aller Elemente, Personen, Individuen und Umstände in seinem Umfeld. Und sobald man seinen Handlungsraum ausweitet, kommt einem die Welt plötzlich klein vor, weil man die Menschen auf unterschiedliche Wege erreicht. Früher schriftlich, mit Hilfe von Büchern. Noch davor über Pergament. Heute erreichen wir die Menschen über elektronische Medien. Wir können an unserem Computer schreiben und gleichzeitig gelesen werden. Die Menschen können von überall auf der Welt auf uns zugreifen.

Carl Sagan spricht von einem Individuum, das von der Gesellschaft kontaminiert und verschmutzt ist. Ihre Kultur vertritt das Gegenteil. Sie fördert ein aktives, bewusstes, sich beteiligendes Individuum.

Ich teile seine Meinung. Die Gesellschaft beeinflusst das Individuum. Aber das Individuum hat auch die Macht, die Gesellschaft zu beeinflussen. Nehmen Sie etwa das Beispiel von Nelson Mandela oder Martin Luther King. Hier liegt die Prämisse zugrunde, dass man erkennt, dass die Gesellschaft über eine derartige Macht verfügt und, dass das Individuum vom kulturellen Umfeld, in dem es lebt, beeinflusst wird. Wir sind Produkt und Frucht unseres Umfelds. Wir sind Frucht der Kultur, in der wir erzogen wurden und leben. Sobald wir uns bewusst werden, dass unser Umfeld die Macht besitzt, uns zu beeinflussen und wir uns weigern, dies passiv hinzunehmen, kehren wir den Prozess um: dann beginnen wir die Gesellschaft zu beeinflussen, die Kultur und die Welt in der wir leben.

Diese Gegenbewegung des aktiven Individuums im Gegensatz zum passiven Individuum knüpft an der bereits angesprochenen Perspektive eines klarer denkenden, bewussteren Menschen an. Hat diese Klarheit auch etwas damit zu tun, dass das Individuum erkennt, dass ihm Einflüsse von außen schaden können?

Richtig. Dabei darf man aber nicht vergessen, dass dieser Ansatz zwar revolutionär, jedoch in keiner Weise aggressiv ist. Das heißt, aggressiv im negativen Sinne. Er ist gewaltfrei. Oder besser gesagt, wir richten uns nicht gegen das, was bereits etabliert ist. Wir wollen nicht, dass sich die Menschen einfach ändern und Unsere Philosophie übernehmen. Die Idee ist, dass sich diejenigen, die bereits so denken wie wir, sich nicht isoliert fühlen, sondern spüren, dass es andere gibt, die genauso denken wie sie selbst. Vereint durch dasselbe Ideal können wir uns dann zusammenschließen und gemeinsam Ideen, Konzepte, Praktiken und Lebensweise teilen und auch die Art, wie wir Freundschaften und emotionale Beziehungen führen. Und das auf eine Art und Weise, die wir als zivilisierter, viel liebevoller und viel toleranter erachten.

Eine junge Schülerin unserer Methode hat uns einmal einen sehr lieben Brief geschrieben, der mit folgenden Worten endete: „Ich habe mich immer wie ein bunter Hund gefühlt. Jetzt habe ich ein Rudel gefunden, in dem alle Hunde bunt sind.“

Denn Ihre Kultur umfasst nicht nur einen inneren Auftrag für das Individuum, sondern erstreckt sich auch auf dessen Umgang, mit seinen Mitmenschen und der ihn umgebenden Umwelt. Sprechen wir von einer neuen Ästhetik und einer neuen Ethik?

Genau, denn das Konzept des Inneren setzt eine Dichotomie zwischen Innerem und Äußerem voraus. Und Unsere Kultur versteht weder das Individuum noch die Welt als isolierte Einheiten. Nehmen wir das Beispiel von Körper und Geist. Ein Antagonismus zwischen dem Spirituellen und dem Natürlichen, Physischen, Körperlichen. Wir verstehen innen und außen als ein und dasselbe. Denn sobald wir sie integrieren, leisten wir viel mehr und viel bessere Arbeit. Allein die persönliche Entwicklung eines einzelnen Individuums bringt wenig, wenn sich dies nicht in der Gesellschaft, in der Welt, in der Menschheit und selbst in der Umwelt niederschlägt. Ein höheres Bewusstseinsniveau führt unweigerlich zu einer neuen Ästhetik und einer neuen Ethik in Bezug zu den heute gültigen Werten. Andererseits ist das was wir präsentieren nichts Neues.

Wenn sich die Regierungen heute kaum oder gar nicht darum bemühen, gesellschaftliche Leitbilder oder erstrebenswerte Gesellschaftsmodelle zu definieren, die über eine rein materielle Ebene und finanzielle Fragen hinausgehen, dann muss man die Qualität des Individuums unter einem neuen Licht betrachten. Ihre Kultur leistet genau das. Ein klarer denkendes, aktiveres Individuum, das weiß, wohin es will.

Genau. Und immer unter der Ägide der Toleranz. Denn sonst laufen wir Gefahr eine neue Religion zu erfinden, was absolut nicht unser Anliegen ist. Es handelt sich um einen Erziehungsauftrag, einen Kulturauftrag, den Auftrag, das Individuum auf ein höheres Niveau von Anstand, Kultur, Bildung, Kunstempfinden, Sensibilität und, wie Sie vorher schon sagten, auch Ethik und Etikette zu heben. Etikette ist die Ethik im Kleinen. Das will heißen, es gibt die große Ethik und die kleine Ethik, die Etikette, die im Alltag Anwendung findet, im Umgang innerhalb einer bestimmten Gesellschaft, der wir uns anpassen müssen. Denn wenn wir einen so umfassenden Auftrag formulieren, dann müssen wir berücksichtigen, dass es eine christliche Kultur gibt, aber auch eine hinduistische Kultur, eine jüdische Kultur, eine islamische Kultur. Und wir dürfen kein Angebot schaffen, das nur auf eine dieser Kulturen anwendbar ist.

Das bedeutet eine tiefgreifende Veränderung der Dynamik der uns umgebenden Welt. Welche Möglichkeiten eröffnen sich?

Die Möglichkeiten sind vielfältig und weitreichend. Die Umsetzung hingegen ist immer langwierig, da Paradigmenwechsel für den Menschen sehr schwierig sind. In unserem neurologischen Bauplan ist vorgesehen, dass wir, sobald wir einmal ein bestimmtes Konzept oder einen bestimmten Verhaltenscode erlernt haben, diese später nicht mehr ändern können. Sich zu ändern ist sehr schwer. Daher dürfen wir, wenn wir unsere Inhalte vermitteln, nicht vergessen, dass sich diese primär an ein junges Publikum richten. An junge Erwachsene. Der junge Erwachsene ist aktiv, sei es unternehmerisch, politisch, künstlerisch oder in einem beliebigen anderen Bereich. Dieser Mensch ist noch fähig eine grundlegende Wesensveränderung zu verarbeiten. Er ist noch bereit neue Praktiken in sein Leben zu integrieren. Wer diese Fähigkeiten besitzt ist meinem Verständnis nach ein junger Erwachsener.

Martin Luther King hat uns einen Traum hinterlassen – „I have a dream“. John Lennon malte mit Musik das Bild von „Imagine“. Nelson Mandela gab für diesen Traum seine Freiheit auf. Wie gestaltet sich der Traum für den Visionär DeRose?

Ich weiß nicht, ob ich Visionär sagen würde. Denn unsere Arbeit ist sehr bodenständig, sehr objektiv und richtet sich direkt an das Individuum in seinem Lebensumfeld. Das heißt ohne Befangenheit, ohne Theorisieren, ohne Hypothesen. Ideale, das schon. Aber, wie bereits angedeutet, mit sehr viel Vorsicht, damit diese Ideale nicht in Fanatismus umschlagen. Fanatismus muss unbedingt vermieden werden. Der Gedanke ist, die Konzepte so zu vermitteln, dass sie das Individuum auch wirklich anwenden kann. Damit es nicht nur bei einem schönen Ansatz und bei einem schönen Diskurs bleibt, sondern, damit dieser auch de facto in seinem Arbeitsumfeld ankommt und funktioniert, die Struktur seines Unternehmens verändert, die Verwaltung des Unternehmens verändert, jeden einzelnen Angestellten und Mitarbeiter zu einem Menschen mit Wert, Potenzial und Kreativität macht, zu einem Wesen, das wirklich ‚Mensch’ ist. Es geht dabei nicht um ein Tauziehen zwischen Angestellten und Unternehmern. Es geht darum, dass alle in dieselbe Richtung ziehen. Das bedeutet persönlichen Fortschritt und folglich auch Fortschritt für die gesamte Gesellschaft.

Wenn Sie sich die Zukunft vorstellen – lassen Sie uns hier bei John Lennons „Imagine“ anknüpfen - wie sehen Ihre Träume aus? Was sehen Sie am Ende dieser Reise?

„Imagine“ sehe ich als Credo. Denn das, wofür es steht, ist wirklich revolutionär. Mich verwundert, dass seine Botschaft keine stärkeren Gegenreaktionen hervorgerufen hat, denn im Hinblick auf das Individuum spricht der Text davon, die Limitationen von Vaterland und Grenzen zu überwinden. Und das gefällt natürlich dem größten Teil der Bevölkerung, den Regierungen und den etablierten Mächten nicht. Der Wunsch nach einem vereinten Volk, nach einer vereinten Menschheit. Spätestens beim Vorschlag von „no religion, too“ hätte man meinen können, dass die verschiedenen Religionen hier Einspruch erheben würden. Aber dem war nicht so. Der Song ist wunderschön und wir sehen, dass die Botschaft allgemein akzeptiert wird. Auch von den Regierungen, den etablierten Mächten und den Religionen. Den Menschen gefiel die Botschaft von Imagine, weil Lennon es verstand sie mit Kunst und Ästhetik zu formulieren.

Aber wenn Sie Ihre Lehrer, Ihre Familie und die DeRose-Egregora mobilisieren, dann gestalten Sie eine Zukunft. Welchen Horizont definieren Sie für diesen Lebensweg?

Auf kurze Sicht sehe ich glücklichere, gesündere Menschen mit mehr Lebensqualität. Denn das ist es, was unsere Techniken im Kern bieten. Vor allem eine Verbesserung der Lebensqualität. Mittelfristig sehe ich Wohlstand. Langfristig, die Selbsterkenntnis.

Ein Mensch mit mehr Lebensqualität und mehr Toleranz, der besser weiß mit anderen Menschen umzugehen, der mit seinen Vorgesetzten oder mit seinen Untergebenen umgehen kann, weiß auch mit seinen Kunden umzugehen, seinen Zulieferern, seinen Freunden, seiner Familie und mit seiner Beziehung. Diese Person hat Kontrolle. Diese Person verwandelt sich in eine Führungspersönlichkeit. In einen gelassenen, charismatischen Führer innerhalb seines Bereichs. Das führt mittelfristig zu Stabilität. Stabilität in der Beziehung, Stabilität in der Familie, Stabilität in der Arbeit. Die Konsequenz daraus ist Wohlstand.

Ich beschreite diesen Weg nun schon ein halbes Jahrhundert lang. In diesen 50 Jahren meiner Karriere konnte ich beobachten, dass diejenigen, die Unsere Kultur praktizieren Stabilität und Wohlstand erreichen, glücklicher leben und ihre Lebenserwartung steigern.

Diese gesteigerte Lebenserwartung hängt unter anderem mit den guten Lebensgewohnheiten zusammen, die wir anregen. Denn Unsere Philosophie lehrt ein Leben ohne Drogen, ohne Alkohol und ohne Tabak. Und sie lehrt das Streben nach einer gesünderen Lebensweise. Das bedeutet dabei alles andere als ein langweiliges Leben zu führen. Im Gegenteil! Das Leben wird dadurch viel interessanter, denn ein klarer, natürlicher Verstand ohne den Einfluss toxischer, bewusstseinsverändernder Substanzen bedeutet für das Individuum mehr Lebensglück, mehr Klarheit, eine neue Wahrnehmung der Welt. Und folglich machen die Welt und das Leben auch viel mehr Spaß. Der Mensch wird de facto glücklicher. Und der langfristige Gedanke ist, jenen Zustand der Bewusstseinserweiterung zu erlangen, der uns zur Selbsterkenntnis führt.

Das ist das Ziel auf individueller Ebene?

Auf individueller Ebene ist das Ziel die Selbsterkenntnis. Und falls es eines Tages der gesamten Menschheit gelingen sollte, diesen Zustand zu erreichen, dann wird sie sich im Vergleich zu heute grundlegend verändern. Heute greifen wir auf drastische Lösungen zurück. Wir beobachten ständig bewaffnete Konflikte zwischen Nationen. Wenn es uns gelänge, wenn nicht die gesamte Menschheit, dann doch zumindest die Entscheidungsträger zu erreichen, die Gesetze erlassen und Kriege erklären können, wenn all diejenigen, die über Entscheidungsgewalt verfügen einen höheren, erweiterten Bewusstseinszustand erreichten, jenen Zustand des Hyperbewusstseins, dann wäre die Welt um einiges harmonischer. Denn heute beobachten wir, dass die Machthaber in vielen Ländern sehr häufig nicht am Wohl und der Entwicklung ihres Volkes interessiert sind. Nicht zuletzt, weil das Volk sie womöglich stürzen könnte, wenn es anfängt, die Dinge klarer zu sehen. Wir befinden uns also an einem Punkt, der ausgehend von unserer Idealvorstellung für die Zukunft, kein wirklich guter Moment ist, was die besagten Konflikte in verschiedenen Teilen der Erde beweisen. Aber wenn es uns ganz allmählich, Schritt für Schritt und ohne irgendwelche Ansprüche irgendjemanden zu bekehren gelänge, eine Verbreitung innerhalb der allgemeinen Bevölkerung zu erreichen, dann denke ich, dass wir in der Zukunft eine völlig andere Welt haben werden.

Das 21. Jahrhundert ist bereits völlig anders, wenn wir bedenken und die Lebensqualität und das Bewusstseinsniveau mit denen vor 200 Jahren, 500 Jahren oder 800 Jahren vergleichen. Wir befinden uns auf einer Kurve nach oben, nicht nur was Kultur, Information oder Wissen anbelangt, sondern das Bewusstsein der Bevölkerung im Allgemeinen.

Im Buch „Eu me lembro“ („Ich erinnere mich“) berufen Sie sich auf die Fundamente unserer Existenz, wie jemand, der Anlauf nimmt zum Sprung. Wohin bringt uns dieser Sprung?

Das Buch “Eu me lembro” (“Ich erinnere mich”) ist eine fiktive Erzählung, die sich in einer Epoche abspielt in der eine Zivilisation, die - soweit wir das heute historisch und archäologisch nach verfolgen können - in Harmonie lebte. Das Volk erfreute sich einer hohen Lebensqualität und der Bürger wurde respektiert. Es gab keine pharaonischen Bauwerke für den Monarchen, auch nicht für den Klerus, dafür aber sehr komfortable Häuser für die Bevölkerung. Wir sprechen von einer proto-historischen Zeit. Einer Zeit unmittelbar vor den ersten historischen Aufzeichnungen. In vielen Fällen griffen die Geschichtswissenschaftler auf die Archäologie zurück, um einen kleinen Teil der Geschichte dieses Volkes nachzukonstruieren.

Wir sprechen von vor über 5000 Jahren. Das bedeutet 3000 Jahre vor Christus. Zu jener Zeit gab es in dieser Zivilisation aus dem Tal des Indusflusses bereits außerordentlich hoch entwickelte Städte mit Abwassersystem. Die Häuser der Bevölkerung hatten zwei Stockwerke und ein Atrium für interne Belüftung, ein Badezimmer im Haus und fließend Wasser. Und das 3000 Jahre vor Christus, das ist einfach unglaublich. Selbst die Archäologen scheuten sich zunächst ihre Funde an den wissenschaftlichen Akademien bekannt zu machen, aus Angst als ungenau bezeichnet zu werden.
Nur ganz allmählich gingen sie damit an die Öffentlichkeit. Archäologen aus anderen Ländern wurden eingeladen, um sich selbst ein Bild zu machen. Denn für ihre Epoche handelte es sich wirklich um eine außergewöhnliche Zivilisation und das gilt selbst heute noch, vergleicht man sie mit einigen Gebieten auf unserem Planeten. Das Umfeld, in dem die Erzählung Eu me lembro, spielt, ist das eines glücklichen, gesunden, stabilen und wohlhabenden Volkes innerhalb der Möglichkeiten der damaligen Zeit. Und wenn wir zu diesen Wurzeln zurückkehren, die schon ganz nah an den eigentlichen Wurzeln der Zivilisation liegen, dann können wir etwas lernen. Und zwar Dinge, die später verloren gegangen sind.
Die nicht-kriegerischen, primitiven Gesellschaften tendierten zum Matriarchalismus (wie im Falle der Zivilisation des Industals). Die patriarchalischen Gesellschaften hingegen waren allesamt kriegerischer Natur. Die Einführung des patriarchalen Systems in dieser Region war eine Konsequenz der Eroberung der Arier um 1.500 v.Chr. Seit jener fernen Vergangenheit lebt das patriarchale System vom Krieg.
Andererseits schätzt die matriarchale Gesellschaft die Mutter, die Zuneigung, den Bauch und die Brust. Es handelt sich um eine andere Weltsicht, eine andere Art der Familienführung und sogar eine andere Art der Staatsführung. Ohne Kriege gelingt es diesem Volk offensichtlich seine Zeit und seine wirtschaftlichen Ressourcen unter anderem der Kunst, der Kultur, der Wissenschaft und der Philosophie zu widmen. Und dies, ohne jede Form von Unterdrückung, denn matriarchale Gesellschaften lehnen Unterdrückung in der Regel ab. Man stelle sich vor, welches Ausmaß die künstlerischen und kulturellen Impulse eines Volkes ohne Unterdrückung erreichen können.

Im Buch „Eu me lembro“ (”Ich erinnere mich”) gehen Sie zunächst zurück in eine traumhafte Vergangenheit. Später transportieren Sie uns dann in eine greifbarere Realität, in der Faktoren wie Schreibwerkzeuge und Sprache bereits messbar sind. Es erscheint einem fast wie ein anthropologischer Blickwinkel. Das hat sicher seine Gründe. Wohin wollen Sie uns mitnehmen?

Wir dürfen nicht vergessen, dass es sich hierbei um reine Fiktion handelt. In diesem Buch „Eu me lembro“ erzähle ich, als Autor, von Erinnerungen an jene Vergangenheit. Und das hat nichts mit Spiritualismus zu tun. Es ist einfach nur eine Geschichte. Indem ich den Leser in jene kulturelle Realität mitnehme, in jene Zivilisation und jene Lebensweise, gebe ich ihm einen Denkanstoß zu einem Zwiegespräch mit sich selbst, zur Gültigkeit jener Art des Umgangs mit den Kindern, den Eltern, den Freunden, den Feinden und der Beziehung mit dem Menschen, den wir lieben. Vielleicht kann der Inhalt dieses Buches einen Beitrag zur individuellen Weiterentwicklung leisten. Wo jedoch dabei die Grenze zwischen Fantasie, Fiktion, Mythos und Realität liegt, das soll der Leser selbst herausfinden.

Der zweite Teil des Buches mutet allerdings schon fast anthropologisch an. Hier sprechen wir nicht mehr von reiner Fiktion, oder?

Die Fiktion, auf die ich mich beziehe, ist die Erzählung an sich. Ich habe ein Maximum an greifbaren, realen, historischen Elementen herangezogen, um dem Ganzen eine fundierte Basis zu geben. Ich könnte mir vorstellen, dass die Geschichte zunächst das Herz des Lesers erobert, denn der Anfang des Buches ist sehr lieblich, sehr zärtlich, dann romantisch und später, sagen wir, eher philosophisch. Am Ende verliert es etwas an Lieblichkeit, zumal wir im Alter realistischer werden. Die Geschichte handelt von einer Person, die erwachsen wird. Zuerst das Kind mit einer etwas fantasievollen Weltsicht. Dann der Erwachsene - damals galt man schon mit 15 Jahren als erwachsen, alt genug um Kinder zu bekommen und eine Familie zu gründen. Später, als Mann im reifen Alter von 30 Jahren, bereits mit einer etwas gefestigteren, vorsichtigeren und klügeren Weltsicht. Ich versuche damit, ein wenig von unserer Philosophie zu vermitteln. Nur ein wenig, denn das Buch ist dünn. Eines der dünnsten Bücher, das ich je geschrieben habe.

Es mag zwar physichalisch dünn sein, doch für mich das interessanteste Element, denn dahinter verbirgt sich eine Vielzahl von Lesarten.

Ja, einschließlich einer revolutionären Lesart, im positiven Sinne. Eine Lesart, die die schlechten Gewohnheiten und die Struktur geringer Kultiviertheit unserer Gesellschaft auf den Kopf stellt. Die Intention dahinter ist jedoch nicht destruktiv, es geht vielmehr darum, den Leser dazu zu bringen innezuhalten und nachzudenken: „Eigentlich erscheint jene Art zu leben viel interessanter! Wer weiß, vielleicht können wir sie übernehmen? Probieren wir es aus, versuchen wir es in unserer Familie, versuchen wir es mit unseren Freunden.“

In einem Ihrer Gedanken treten Sie zum Beispiel dafür ein, die Freiheit als wichtigsten Pfeiler unserer Existenz zu verteidigen und, wenn sie mit der Disziplin in Konflikt gerät, stets der Freiheit Vorrang zu gewähren.

Dieser Gedanke geht genau in die Richtung, ganz kategorisch und nachdrücklich. Freiheit ist unser höchstes Gut.

Andererseits jedoch brauchen wir innere Disziplin um unsere Werte zu verteidigen. Wo überschneiden sich die beiden Grenzen?

Der zweite Teil dieses Gedankens besagt, dass sobald die Disziplin die Freiheit beeinträchtigt, man sich für die Freiheit entscheiden soll. Wie also sollen wir diese beiden Kräfte in Einklang bringen? Disziplin ist fundamental wichtig, aber wenn die Disziplin einer bestimmten Gruppe, sei es eine politische Gruppierung, ein Team, ein Fußballverein, ganz egal was; sobald diese Gruppe über Normen verfügt und diese Disziplin, Normen und Regeln mich einschränken, muss ich den Wert der Freiheit anerkennen, und sie an erste Stelle setzen. Wie das? Indem ich versuche, mich durchzusetzen? Nein, indem ich mich abwende. Das hat dann einfach nicht zu mir gepasst. Diese Firma, diese Schule, dieses Gymnasium, diese Universität, dieser Klub – sobald ihre Normen meine Freiheit beschneiden, sind sie ungeeignet. Und dann ziehe ich los, behalte die Freundschaften und suche mir meine eigene Gruppe. Wenn wir so verfahren, anstatt auf Konfrontationskurs zu gehen, dann können wir ein viel besseres Leben haben. Natürlich respektiere ich diejenigen, die anders denken. Manche sind der Auffassung, dass um seinen Standpunkt zu verteidigen gekämpft, geschrien, beleidigt, angegriffen und sonstige Skandale notwendig sind. Dies ist eine Frage von Temperament, Bildung und Charakter. Das ist in Ordnung. Dies ist aber eine andere Gruppe. Wann immer möglich, versuche ich fern von ihr zu bleiben.

Sie sprechen sich zum Beispiel für Disziplin, Strenge und Rückgrat aus. Und jenes Kollektiv setzt eine Unterordnung des Individuums voraus. Kann man das so sagen?

Nein, nicht ganz. Was Sie sagen ist zwar richtig, solange das Individuum dadurch nicht beeinträchtigt wird. Seine Freiheit darf nicht beschnitten werden und die Toleranz ist hierbei die wichtigste Voraussetzung. Wenn uns diese alchemistische Verquickung gelingt, dann finden wir das Gleichgewicht auf des Messers Schneide. Denn es handelt sich wirklich um eine Gratwanderung. Eine Brise reicht, um ins Extrem der Intoleranz abzurutschen, jener Disziplin, die um jeden Preis gewahrt werden muss. Oder auf die andere Seite, in die übermäßige Toleranz, der Nachgiebigkeit gegenüber Fehlern.

Ihre Kultur arbeitet andererseits auch mit Extremen. Sollen wir unsere Arbeit auf das konzentrieren, was uns Schwierigkeiten bereitet, auf die weniger guten Aspekte? Oder auf die positiven Aspekte?

Ich weiß nicht, ob ich es so formulieren würde. Denn auf diese Weise christianisieren wir die Frage nach Gut und Böse ein wenig. Und unser Ansatz ist, dass wir uns stets bewusst sein müssen, dass gut und böse immer relativ sind. „Das machst du falsch.“ Aber falsch im Hinblick auf was? Im Hinblick auf welchen Zeitpunkt? Richelieu hat einmal gesagt: „Ob man ein Verräter ist oder nicht, ist eine Frage des Datums.“ Und mit der Frage nach richtig und falsch ist es ähnlich. In welcher Gesellschaft ist es richtig oder falsch? In welcher Religion ist es richtig oder falsch? Betreten Sie eine katholische Kirche, nehmen Sie als Zeichen des Respekts den Hut ab. Betreten Sie eine Synagoge, bedecken Sie aus Respekt Ihr Haupt. Ich erinnere mich, dass wir in Indien einmal einen Sikh Tempel besucht haben, und gebeten wurden, unsere Häupter zu bedecken. Selbst die Kamera, die sie zum Filmen des Rituals verwendeten, war aus Respekt mit einem weißen Tuch bedeckt. Das heißt, alles ist eine Frage der Konvention. Und jedes Mal, wenn wir uns dazu verleiten lassen, und ein wenig abrutschen auf die Seite jener Kultur von Gut und Böse, die uns anerzogen wurde, dann müssen wir uns dessen bewusst sein. „Das ist deine schlechte Seite“. „Das war ein Fehler“. Vielleicht ist es nicht ganz so, wenn man es unter einem anderen Gesichtspunkt betrachtet. Man sollte lieber sagen: das war vielleicht zu diesem Zeitpunkt oder für diese Gruppe nicht angemessen. Aber nicht, dass es schlecht war oder falsch. Ein anderes Sutra besagt, dass das Schlechte der Name ist, den man dem Samen des Guten gibt. Denn man kann beobachten, dass alles was einem im Leben an „Schlechtem“ widerfährt, kurz darauf, sofort oder im nachhinein positive Früchte hervorbringt.

Zurück zum bewussten Bürger, dem klar denkenden Individuum. Auf der Reise zum Zustand des Hyperbewusstseins braucht der Mensch doch eine gewisse Vorstellung davon, wie das Ziel aussieht. Genau wie ein Langstreckenläufer wissen muss, wohin er läuft, um sich motivieren zu können. Wie vermittelt Ihre Kultur ihm diese Richtung?

Wir versuchen das Ganze als eine wunderschöne Zugreise zu betrachten, wobei man weiß, dass diese an einen bestimmten Zielpunkt führt. Aber man betrachtet die schöne Landschaft draußen, man unterhält sich drinnen mit einem Freund, man geht zum Speisewagen und erfreut sich an einem guten Essen, man legt sich ein wenig hin, schläft ein bisschen. Man genießt es. Man genießt die Freuden des Reisens. Und auf diese Weise kommt man schneller an. Und wenn die Person immerzu denkt: ich muss ankommen; mein Ziel, mein Ziel, mein Ziel. Dann wird die Reise unangenehm und zieht sich in die Länge. Im Hinblick auf unser Ziel empfehlen wir also: machen Sie sich um das Ziel keine Gedanken. Lassen Sie uns die Gemeinschaft genießen und die Menschen. Im Allgemeinen sind die Menschen, die diesem System folgen, interessante Menschen. Schöne Menschen, von außen und von innen. Kultivierte Menschen. Feinfühlige Menschen. Menschen, die sich mit jedem gut unterhalten können.

Dennoch, wenn wir zum Beispiel eine konservative Gesellschaft betrachten, die etwa die Meinung vertritt, dass die gesellschaftliche Rolle der Frau darin besteht, nur für ihren Mann, die Kinder und für den äußeren Anschein zu leben, erlaubt der Zustand der geistigen Klarheit diese Grenze niederzureißen? Wird diese geistige Klarheit für die konservative Gesellschaft nicht sofort zum Feindbild?

Nein, weil wir diese traditionelle, in vielen Gesellschaften heute gültige Haltung nicht kritisieren. Unsere Philosophie will ja nicht katechisieren. Es geht ja nicht darum Sympathisanten aus anderen philosophischen und noch viel weniger aus religiösen Systemen abzuwerben. Daher kam es bisher noch nie zu negativen Reaktionen, oder zu einer Opposition gegen unser Vorhaben.

Aber auf familiärer Ebene kann es dazu kommen. Wenn ich keinen Leitstern habe, fühle ich mich in meinem dunklen Tunnel verloren. Wenn aber plötzlich am Ende dieses Tunnels ein Lichtschein auftaucht, der Ihr Ansatz sein könnte, dann beschreite ich den Weg in diese Richtung mit einem ganz anderen Antrieb. Wenn der dunkle Tunnel auf die konservativen Strukturen zurückgeht, die die Gesellschaft um mich herum errichtet hat, dann macht mich das zum Rebellen. Zumindest bewege ich mich gegen den Strom. Führt diese Spaltung nicht zu Abwehrreaktionen?

Wenn bei einem Paar oder innerhalb einer Familie, nur einer die Philosophie annimmt, dann ist das, als ob man Anhänger einer politischen Partei würde, die den genauen Gegensatz zur Partei des Partners darstellt, oder Anhänger eines gegnerischen Fußballvereins. Dies kann zu einem momentanen Konflikt führen, falls kein Verständnis, Liebe und Respekt aufgebracht wird. In diesem Fall geben wir zu bedenken, dass wenn man sich selbst weiterentwickelt hat, wenn man eine Philosophie angenommen hat, deren Ziel eine weitgreifende Evolution, bessere Umgangsformen und mehr geistige Klarheit umfasst, dann liegt das Unrecht bei einem selbst. Denn als das Paar geheiratet hat, hatten beide jeweils eine bestimmte Vorstellung vom anderen, und der eine mochte den anderen so, wie er war. In diesem Spiel wurden Spielregeln gesetzt und der eine hat die Regeln mitten im Spiel geändert. Nicht der Partner ist im Unrecht oder reagiert falsch. Man selbst ist im Unrecht. Das heißt, es ist an einem selbst, mehr Geduld für den anderen aufzubringen, mehr Toleranz zu zeigen, zu versuchen, ihn für die Sache zu begeistern, das jedoch ohne Zwang oder Druck. Vielleicht indem man das Ganze vorlebt, vielleicht über die Art, wie man handelt, indem man dem anderen zeigt, dass man jetzt ein viel besserer Mensch ist. Für den anderen.

Und wenn die andere Person lieber in einem anderen Bezugssystem lebt? Wenn sie z. B. den Schein wahren will und das, was hinter der Fassade liegt, zweitrangig ist?

Das kam bisher selten vor. Ausgehend von unseren Beobachtungen der letzten Jahrzehnte, wenn jener bereits erwähnte Prozess der Toleranz, der Geduld und Zärtlichkeit stattfindet, wenn der andere für die Idee eingenommen wird, ohne den Druck, eine bestimmte Haltung annehmen zu müssen, dann macht der Partner in der Regel mit. Denn ihm gefällt, was er sieht. Egal ob Ehemann oder Ehefrau, der Partner merkt, dass beim anderen eine Verbesserung eingetreten ist. Er ist ein besserer Vater, sie eine bessere Mutter, er ein besserer Ehemann, sie eine bessere Ehefrau, sie sind bessere Liebhaber, bessere Partner, bessere Freunde. Das heißt, am Ende akzeptiert er oder sie mit Wohlwollen und nimmt dieselbe Lebensphilosophie an.

Im Buch „Encontro com o Mestre“ („Begegnung mit dem Meister“), trifft der junge DeRose auf den reifen und geistig entwickelten DeRose. Was würde der bewusst lebende Meister dem jungen DeRose heute sagen? Dasselbe, was er im Buch gesagt hat?

Es käme genau zu denselben Missverständnissen, die ich im Buch dargestellt habe, denn damals war der Autor 58 Jahre alt und unterhielt sich mit der 18jährigen Version seiner selbst. Es handelt sich also um eine weitere fiktive Erzählung, in welcher der 18-jährige DeRose im Leben des 58-jährigen DeRose auftaucht. Und er widerspricht, diskutiert, debattiert. Er sagt: das kann nicht sein; das sehe ich nicht ein; das ist unmöglich. Und der Dialog zwischen dem jungen Idealisten von 18 Jahren und dem erfahrenen Mann mit 58 soll dem Leser ein Gleichgewicht zwischen den beiden Meinungen vermitteln. Denn viele unserer Leser sind 18, 20, 25 und 30 Jahre alt und viele unserer Leser sind 50, 60, 70 und 80 Jahre alt. Es handelt sich also um zwei völlig unterschiedliche Universen und das Buch versucht diese beiden Universen zu verbinden und zu zeigen, dass beide Recht haben und dass es dabei mehr um eine Frage des Blickwinkels geht.

Gleichen sich die beiden aus? Sind sie ein und dasselbe? Handelt es sich um zwei Sichtweisen derselben Sache? Oder handelt es sich um eine Evolution des einen aus dem anderen?

Ich würde sagen, dass in Wahrheit beide ihre Vorurteile haben, ihre Vor-Urteile. Beide diskriminieren, beide versuchen aber Diskriminierung zu vermeiden. Beide versuchen, frei von Vorurteilen zu sein. Und so lernt der Ältere vom Jüngeren und der Jüngere lernt vom Älteren.

Wir tendieren dazu, uns auf Unterschiede zu konzentrieren. Normalerweise gehen Menschen mit Unterschieden sehr schlecht um, sie verteidigen sich, verweigern, unterdrücken und verdrängen, anstatt die Unterschiede als Bereicherung zu betrachten.

Diese Unterschiede sind sehr wichtig. Wenn all meine Freunde mich nur lobten, dann wäre ich von Schmeichlern umgeben, wie früher einige Monarchen oder heute einige Unternehmer. Was würde ich daraus lernen? Ich würde Dinge falsch machen und alle würden mir sagen, dass ich sie richtig mache. Das würde mir nicht helfen. Aber meine Kritiker vom Dienst zeigen schon mit dem Finger auf mich, wenn ich noch überhaupt nicht dazugekommen bin etwas falsch zu machen. Wer also hilft mir mehr? Derjenige hilft mir mehr, der sich als mein Feind bezeichnet, der mir aber in Wahrheit mehr Freund ist als meine Freunde, da er mir die Schattenseiten dessen zeigt, was ich tue und zu tun gedenke. Er zeigt mir den Fehler und ich habe die Möglichkeit den Fehler zu korrigieren. Ich vergleiche Freund und Feind immer mit einem Baum. Die Wurzeln, die im Düsteren liegen und nach unten wachsen, entsprechen den Feinden, denn sie liegen im Schatten. Ohne sie würde der Baum aber nicht stehen. Der Baum braucht Wurzeln und die Feinde sind die Wurzeln. Und die Freunde sind die Blüten, die wunderschönen, nahrhaften Früchte, die jedoch ohne Wurzeln nicht existieren würden.

In dem Buch, das kürzlich in Portugal erschienen ist, geben Sie gleich in der Widmung ein Beispiel, denn es ist nicht nur Menschen gewidmet, die Sie bewundern. Können Sie uns darüber ein wenig erzählen?

Es gibt Menschen die manchmal aus Befangenheit oder vielleicht sogar weil sie die andere Seite und die andere Wahrheit nicht kennen dazu neigen, andere zu attackieren, zu diffamieren, zu verletzen, zu beleidigen und auszuschließen. Man kann sich in dem Fall als ein Verfolgter begreifen, der ungerecht behandelt wurde, ein unglücklicher und verletzter Mensch. Oder man stellt aus der Makroperspektive fest, dass jene Begebenheiten außerordentlich wichtig waren, und dem Menschen gegenüber ehrliche Dankbarkeit empfinden. Geheuchelte Dankbarkeit bringt nichts. Es muss natürlich authentisch sein.
Das Christentum wurde nur deswegen bekannt, weil es verfolgt wurde. Sonst wäre es eine kleine jüdische Sekte geblieben, die kurz darauf wieder verschwunden wäre. Aber die Verfolgung sorgte für Aufmerksamkeit. Und diejenigen, die den gleichen Standpunkt vertraten, schafften eine Struktur und machten es unsterblich.

Wird hier, bildlich gesprochen, Galle mit Honig vergolten? Oder geht es hier sogar noch viel tiefer?

Unsere Kultur empfiehlt ein Konzept der aktiven Gewaltlosigkeit und niemals der passiven Gewaltlosigkeit. Wenn man über die nötige Reife und das nötige Selbstbewusstsein verfügt, dann ist man auch in der Lage zu verstehen, dass eine gewisse Person aggressiv ist, weil sie Angst hat. Ein Mensch ist aggressiv, wenn er sich fürchtet.
Wenn meine Hündin, meine Weimaranerin Jaya, jetzt hier in den Raum käme und mit dem Schwanz wedelte, dann würden wir sagen: „Wie hübsch, komm her und lass dich streicheln“. Wenn sie aber knurrend hereinkäme und ihre Zähne zeigte, dann würde man gleich sagen: „Raus mit dem Vieh, sonst werfe ich einen Stein danach.“ Woher kommt diese aggressive Haltung? Man wurde aggressiv, weil man Angst hatte. Und das trifft auf alle möglichen Situationen zu. Wenn man aufmerksam und neutral analysiert, dann wird einem auffallen, dass eine Person immer dann aggressiv wird, wenn sie Angst verspürt, wenn sie sich bedroht fühlt, wenn sie in die Enge getrieben wird. Manche Menschen sind die ganze Zeit so, weil ihnen die Welt feindlich erscheint.
Wird einem mit Aggression begegnet, kann man unreif reagieren, in etwa: Du warst mir gegenüber aggressiv, ich zahle mit gleicher Münze zurück. Oder man kann überlegt reagieren, wie ein selbstbewusster und reifer Mensch. Wenn du mir gegenüber aggressiv warst, muss ich verstehen, dass du dich von mir verletzt gefühlt hast, obwohl ich dich nicht verletzen wollte; du hast dich bedroht gefühlt, aber ich wollte dich nicht bedrohen; vielleicht hattest du einen schlechten Tag; vielleicht führst du eine schreckliche Ehe; wer weiß, vielleicht hast du in deinem Leben mit Schwierigkeiten und Problemen zu kämpfen. Und ich soll dir mit noch mehr Aggressivität antworten? Das wird mir nicht weiterhelfen. Das wird unsere Beziehung nicht fördern. Ganz egal, ob es dabei um eine Geschäftsbeziehung, eine Freundschaft oder um etwas anderes geht. Mit Aggressivität zu antworten entspricht dem Versuch Hass mit Hass zu bekämpfen oder Feuer mit Benzin. Dies führt zu nichts.
Ihr Sinnbild vom Vergelten von Galle mit Honig hat mir sehr gut gefallen. Es ist interessant, denn darauf läuft es nämlich ungefähr hinaus. Denn wenn man von jemandem angegriffen wird und mit einem Lächeln antwortet, einem ehrlichen Lächeln, dann reduziert sich jene Aggressivität. Und zwar drastisch.
Ich erinnere mich an eine Situation, in der zwei philosophische Richtungen aufeinandertrafen, die einen beinahe identischen Namen, jedoch gegensätzliche Gesinnungen hatten. Bei jenem Zusammentreffen der beiden Philosophien kam eine Dame, eine Lehrerin der anderen Richtung mit erhobenem Finger auf mich zu, und begann mich lauthals alles Mögliche zu schimpfen, sodass es auch wirklich alle hören konnten. Und die ganze Veranstaltung, der komplette Kongress stand still, um zu sehen, wie ich reagieren würde. Ist denn am Ende alles, was er sagt, nur Lüge? Wie wird er wohl reagieren? Wird er der Dame ordentlich die Meinung sagen? Wird er sie anschreien? Vielleicht angreifen? Wird er ihr den Rücken zudrehen und einfach weggehen, wie ein Rüpel? Oder wird er einfach stehen bleiben und zuhören und zulassen, dass sie ihn angreift, redet, redet, redet, beleidigt, beleidigt, beleidigt? Wie wird seine Reaktion aussehen?
Die Reaktion war Folgende: Ich habe mir die alte Dame geschnappt, sie fest umarmt, und als ich sie wieder losließ, war alle Aggressivität verflogen und sie hatte auch keine Beleidigungen mehr zu sagen. Als ich sie losließ, sah sie mich an und sagte: „Ach, DeRose, du bist mir einer.“ So einfach. Der „Honig“ der Umarmung hat die „Galle“ unschädlich gemacht, ohne die andere Wange hinzuhalten und einfach passiv ihren Aggressionen zuzuhören und ohne die Aggressionen zurückzugeben, was schließlich meine Beziehung zu ihr nicht verbessern würde und auch nicht dem Bild, dass die anderen Anwesenden von mir haben, die die Szene beobachteten. Und auch mir selbst hätte es nicht geholfen, denn in jener Nacht hätte ich nicht gut geschlafen.

Dafür bedarf es jenes Individuums, das Ihre Kulturbewegung, die DeRose Methode, zu formen versucht. Jenes bewusster lebende Individuum, das sich selbst wahrnimmt als sähe es einen Film über das, was um es herum geschieht, das aktiv, bewusst und klar denkend reagiert und nicht auf primitive Handlungsweisen zurückgreift.

Genau. Lassen Sie uns das auf die Realität eines Paares, einer Ehe oder jeder anderen emotionalen Beziehung übertragen. Bei einem Paar wissen beide ganz genau, welcher Gesichtsausdruck, welcher Tonfall und welche Worte den anderen irritieren. Sie wissen das so genau, weil sie zusammenleben. Sie sind sich sehr nahe. Und bei einem Konflikt innerhalb der Partnerschaft wissen beide ganz genau, welcher Gesichtsausdruck, welcher Tonfall und welche Worte dem Partner gefallen und die Situation beschwichtigen. Aber warum sagt man sie dann nicht? Weil man nicht nachgibt, weil man nicht einlenkt, weil man befürchtet, dass der Andere sonst auf einem herumtrampelt.
Nun hängt es von der persönlichen Haltung ab, ob man diese Worte ausspricht, um dem sich anbahnenden Konflikt an dieser Stelle ein Ende zu setzen. Danach können Grenzen festgelegt werden. Wenn diese Beziehung weitergeführt werden kann, dann wird sie mit Respekt, Rücksicht, Liebe und Kameradschaftlichkeit geführt. Wenn sie nicht weitergeführt werden kann, dann ist dies schade. Denn jede Beziehung, die zu Bruch geht, hat einen sehr hohen emotionalen Preis und einen sehr hohen Preis zulasten der Gesundheit. Aber, so ist es eben. Es gibt einen magischen Moment, in dem Beziehungen einfach zu enden haben, weil man dann als Freunde auseinandergeht. Wenn man diesen magischen Moment verpasst und die Beteiligten darauf bestehen zusammenzubleiben, dann kann es sein, dass sie sich am Ende im Groll und als Feinde trennen.
Manchmal ist es nur eine Frage von: Heute gebe ich nach und morgen gibt der andere nach. Denn, wenn die eigene Haltung höflich und entgegenkommend ist, dann führt dies unter Menschen zu einer natürlichen Reziprozität. Das gilt selbst für enge Beziehungen. Selbst Geschwister und der Partner werden dazu neigen unter den aktuellen Umständen oder in künftigen Situationen ähnlich zu reagieren. Einmal fuhr ich bei einem Freund im Auto mit und er fuhr wirklich schlecht. Er machte ein fürchterliches Manöver und es wäre um ein Haar zur Kollision mit einem anderen Fahrer gekommen, der bereits den Kopf zum Fenster herausstreckte, um loszuschimpfen. Mein Freund lächelte ihn an, wie jemand der sagt: Entschuldige, mein Fehler! Und das mit einem sehr sympathischen Lächeln. Der andere Fahrer steckte den Kopf wieder hinein und sagte: Fahr weiter, Freund. Fahr weiter! Und es gab keinen Streit. Was hat den Streit vermieden? Ein einfaches Lächeln.

Die Bedeutung eines bewussteren, klarer denkenden, auf allen Ebenen aktiveren Individuums - ist es das, was Ihre Kultur in der Gesellschaft wieder einführen will?

Ganz genau. Die Menschen neigen dazu, Unsere Kultur mit einem Etikett zu versehen. Ich ziehe es vor ganz neutral von Unserer Kultur, Unserem System oder Unserer Philosophie zu sprechen, um zu vermeiden, dass sie in eine bestimmte Schublade gesteckt wird. Warum? Weil sobald die Menschen in Schubladen denken, bringen sie die Sache zum erstarren. Und hier beginnt die Intoleranz, sogar im Hinblick auf Außenstehende. Und eines der Missverständnisse, das ich gerne klarstellen möchte, eine der Fehlwahrnehmungen ist, dass der Schüler die Methode im Übungssaal anwendet, wo sie gelehrt wird. Dabei geht es dort ums Lernen und nicht ums Anwenden. Es geht dort nicht um die praktische Umsetzung. Die Umsetzung soll im reellen Alltag stattfinden.
Wenn wir zum Beispiel jemandem im Übungssaal beibringen, wie man richtig atmet, dann darf diese Person nicht zur Tür rausgehen und falsch atmen. Dann hat dies nichts gebracht. Sie hat hier gelernt richtig zu atmen, dann geht sie raus zu ihrem Auto und atmet richtig, setzt sich ins Auto, fährt los und atmet richtig. Sie kommt im Büro an, arbeitet oder geht ins Fitnessstudio und macht Sport und atmet richtig. Sie wird richtig atmen, produktiver atmen, die ganze Zeit, denn das ist es, was sie hier gelernt hat. Ich habe die Atmung als Beispiel genommen, aber ich hätte auch jede andere Technik nehmen können. Dieses Set von Techniken und Konzepten, das der Praktikant in unserer Institution lernt, wendet er in allen Lebenssituationen an. Das ist was wir immer zu erklären versuchen. Dass unser Schüler damit die gesamte Gesellschaft beeinflusst, denn seine Ausstrahlung übermittelt dies an seine Familie, an seine Freunde und an seine Arbeitskollegen. Das heißt, die Sache beginnt Stoßwellen zu formen und steckt all die Personen an, die mit unseren Schülern in Kontakt kommen.

Wenn Carl Sagan sagt, dass die Gesellschaft das Individuum korrumpiert, kann und soll dieser Prägungsprozess auch in die entgegengesetzte Richtung funktionieren? Und ist es das, was Sie anstreben?

Wir wissen, dass die Gesellschaft das Individuum beeinflusst. Andererseits kann das Individuum aber auch die Gesellschaft beeinflussen.

Wenn sie jetzt nicht „Ich erinnere mich“ („Eu me lembro“), sondern das Buch „Ich träume“ schrieben, welchem Traum würden Sie niederschreiben?

In Wahrheit könnte ich „Eu me lembro“ nichts mehr hinzufügen, weil ich dieses Buch in einem Stück heruntergeschrieben habe. Um sieben Uhr abends fing ich an zu schreiben. Um sieben Uhr morgens ging ich schlafen. Und es war fertig.

Und was wäre der Inhalt von „Ich träume“?

Schwer zu sagen. Da gibt es sehr viel. Ich habe viele Träume!

Aber Sie haben doch sicherlich etwas vor Augen. Wir träumen davon, dass sich unsere Kinder in der Welt in eine bestimmte Richtung entwickeln. Und wir stellen die Weichen dafür. Sie haben doch nicht eine „Hypothek“ von 50 Jahren Forschung in die Suche nach einem Wissensschatz investiert, ohne im Inneren zu wissen, wohin Sie damit wollen? Wo wollen Sie hin?

Ich würde gerne an einen Punkt gelangen, an dem die Menschen uns nur ein klein wenig zuhören. Dass sie uns sprechen lassen. Dass sie uns nicht knebeln. Wir haben sehr viel Gutes zu sagen, ohne Debatten, sondern, um die Menschen zum Nachdenken anzuregen. Der Punkt ist, dass diejenigen, denen das System nicht gefällt, oder glauben, dass es ihnen nicht gefällt, nicht zuhören. Sie haben sich nicht mit mir oder mit einem von uns unterhalten. Sie haben unsere Leute nicht kennengelernt. Sie haben unsere Bücher nicht gelesen. Mein Traum wäre es, uns von diesem Knebel zu befreien.
Ich fühle mich wie unter jener alten kirchlichen Strafe des unterwürfigen Schweigens. „Er sagte, was er nicht sagen sollte und jetzt soll er schweigen“. Man will nicht, dass ich spreche. Aber Sie können beobachten, dass was ich sage nicht polemisch ist. Ich empfinde es nicht als polemisch, denn wir polemisieren nicht, wir widersprechen den anderen nicht. Aggression ist hier außen vor, so sehe ich das zumindest, und so soll es auch sein. Ich will niemanden angreifen. Und was wir anbieten, ist gut. Das Angebot beinhaltet gesunde zwischenmenschliche Beziehungen, gute Manieren, eine gute Gesundheit, gute Lebensqualität, eine gute Bildung, gute Gewohnheiten. Wir arbeiten hauptsächlich mit jungen Erwachsenen. Wenn unsere Arbeit tatsächlich für nichts anderes gut wäre, dann wäre doch die Förderung einer gesunden Jugend ohne Drogen, Alkohol und Tabak, bereits ein anerkennenswerter Beitrag, den wir der Gesellschaft seit einem halben Jahrhundert leisten.

Für uns, die wir Ihre Kultur von außen besuchen. Lassen Sie uns eine schnelle Übung machen. Wohin weist Ihre Vision bzw. Ihre Mission? Wo liegt der Horizont, den Sie sich für Ihre Reise durchs Leben gesetzt haben?

Ich habe viele interessante Menschen kennengelernt, wahre Vorbilder. Menschen, mit denen ich das Privileg habe zusammenzuleben. Mit manchen schon seit über 30 Jahren, mit anderen seit über 20 Jahren, andere lerne ich erst jetzt kennen, wie z. B. in Ihrem Fall. Und ich fühle mich privilegiert. Das ist es: Unser Beruf und unsere Ideale erlauben es uns, Menschen kennenzulernen. Wir sind keine Headhunter. Wir sind Hearthunter.

Das Vídeo dieses Interviews kann im Blog des DeRose angeschaut werden:
www.MetodoDeRose.org/blog

post:
\"Entrevista sobre a Nossa Cultura, gravada na Europa,
pelo jornalista António Mateus\"

 

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